Beschreibung

In ”computerised movement” geht es in erster Linie um Simulation von Simulationen – so ist es durch eine Ästhetik bestimmt, die sich am Visionären, am Geisterhaften, am Illusionären der Simulation von virtueller und theatraler ‘Welt’ abarbeitet.
Als Darsteller versuchen wir das, was die Natürlichkeit des virtuellen Körpers einzelner Computerfiguren ausmachen soll, mit unserem Körper nachzuahmen. Unser Körper soll dabei, wie bei jedem choreographischen Ideal, mit seinen individuellen Imperfektheiten und Trägheiten zum Verschwinden gebracht werden – wir scheitern. Mit Computerspiel-Bewegungen sowie mit theatralen Mitteln wie Nebel, Sound und Kostümen vermischen sich Visionen von künstlichen Welten mit dem realen Bühnenraum.

Unser Ausgangspunkt ist, Bewegungen von simulierten (Computerspiel-) Figuren zu kopieren mit der Aufgabe, selber zum Bild zu werden und dem Interesse daran, was passiert, wenn sich ein virtueller an einem tatsächlichen Körper reibt. Was passiert wenn ein Tänzer eine Simulation nachahmt, die vermeintlich selber schon sein eigenes Abbild ist  – nämlich die Simulation eines sich bewegenden Menschen, eines sich ideal bewegenden Körpers? Das Ergebnis sind geisterhafte Erscheinungen, die nicht nur die Ästhetik von Computerspielfiguren verhandeln, sondern auch das Thema der theatralen Figuralität überhaupt. An der Schnittstelle der visionären ‘Natürlichkeit’ der virtuellen Welt und an unserem eigenen schweren Körper setzen wir an. So erzeugen wir auf der Bühne eine virtuelle Realität, die sich mit konkreter Körperlichkeit konfrontiert sowie eine Illusionswelt, die sich mit ihren eigenen Mitteln der theatralen Herstellung reibt.