dance at a distance (women not looking at you piece)

Konzept/Choreographie: Sebastian Schulz; von und mit Jung Yun Bae, Tümay Kilincel, Sebastian Schulz, Uri Turkenich; Camilla Vetters (Dramaturgie), Caroline Creutzburg (Kostüm/Ton), Stine Hertel (Licht),  Gerald Siegmund (Mentor)

„Dance is hard to see. It must either be made less fancy, or the fact of that intrinsic quality must be emphasized to the point that it becomes almost impossible to see.“ (Yvonne Rainer)

Dance at a distance beschäftigt sich mit der Flüchtigkeit des Tanzes. Wegen seines angeblichen Verschwindens im Moment des Erscheinens wird Tanz oft mit Weiblichkeit gleichgesetzt und dem männlichen Aufschreibe-Mechanismus Choreographie, der Tanz-Schrift, gegenübergestellt. Wenn der Tanz aber immer verschwindet, sobald er erscheint, ist nicht nur das männliche Unternehmen des Festhaltens verdammt zur Melancholie, sondern auch die Frau dazu verurteilt, nie sichtbar werden zu können/auf immer ausgeschlossen zu bleiben.
Dance at a distance setzt sich mit den Konsequenzen dieser Konstruktion von Tanz als Weiblichkeit und Weiblichkeit als Tanz auseinander – klopft diese auf ihre Haltbarkeit ab, um sie selbst entgleiten zu lassen. Ausgangspunkt ist die Verkleidung als Frau und die Behauptung, dass auch Männer – obwohl sie es gerne leugnen – immer schon in Bewegung sind, wenn sie in Erscheinung treten.

Aufführungen
17./18. Juli 2010, Frankfurt LAB

Gefördert durch die Crespo Foundation.